Hadera, Hauptstadt der Borekas, Schnee auf'm Hermon und noch mal Hilel Yafe

Dienstag, 25.01.2011

Das und noch mehr sind die Erlebnisse der letzten zwei Wochen..

Am 17.01. Hatte mein guter Freund Yaniv Geburtstag. Gefeiert hat er noch am selben Abend mit seinen Komillitonen in Rischon le Zion, gleich neben Tel Aviv. Da Yaniv mein gesteigertes Interesse für Ausflüge im Heiligen Land kennt und teilt und ich auch nicht zu seiner Party konnte haben wir uns auf einem Trip zum Hermon, dem höchsten Berg hier (~2400 M), verabredet.

Schlafen wollten wir in einem Zelt. Wir wollten uns Magdal Sams, ein Drusendorf, Mazada Nimrod, eine gut erhaltene Burgruine auf dem Gipfel eines Berges in den von Israel besetzten syrischen Golanhöhen. Aufgeregt habe ich in den Tagen vor unserem Trip alles sorgfältig geplant. Essen, Routen und Schlafplätze (habe für stolze 80 Schekel eine sehr gute Karte der Golanhöhen erstanden), Busverbindungen, etc. po po

Freitag in der Früh sollte es mit dem ersten Bus nach Kiryat Shmona (der nördlichst gelegenen Stadt Israels, in unmittelbarer Nähe zur libanesischen Grenze) losgehen.

Doch dann kam, wie kann es in Israel auch anders sein?!, alles natürlich ganz anders: Donnerstag Abend ruft mich Yaniv an und erklärt mir aus irgendwelchen Gründen, dienicht nachvollziehbar für mich sind, dass es ihm furchtbar leid tut, aber er nicht kann.

So war mein Wochenende dann erstmal im Eimer! Das Zelt war natürlich bei Yaniv und wie sollte ich so kurzfristig noch einen Schlafplatz finden?!

Couchsurfing? - zu kurzfristig

Hotel im Skiort? - defenetiv zu teuer für den knappe Budget eines Volontärs!

Hostels habe ich im englischsprachigen Internet nicht wirklich gefunden.

 

Also habe ich Omer, einen guten Freund von mir und ebenfalls Haderit (aus Hadera ;) ) angerufen, der als Soldat auf dem Hermon stationiert ist und die Golanhöhen, sowie den Rest Israels ziemlich gut kennt. Aber auch Omer wusste keinen Rat und empfahl mir nach Magdal Sams zu fahren und spontan nach einem Schlafplatz zu suchen.

Völlig unschlüssig habe ich mich dazu entschieden mich einfach mit Moshe zu treffen, der gerade von einem viermonatigen Trip aus Hong Kong und China zurückgekehrt ist und der mir als ich noch ziemlich neu in Hadera war die Stadt und die schöne Umgebung gezeigt hat. Bei einer genüsslichen Nana-Wasserpfeife (Nana ist eine spezielle Minzsorte, die im Nahen Osten vorkommt) saßen wir zusammen, haben uns über seine Zeit in Fern Ost und meine Erlebnisse hier unterhalten. Zufällig kamen wir auch auf seine Armeezeit zu sprechen. Während seiner drei Jahre Millitärdienst, war er acht Monate in den Golanhöhen eingesetzt und musste dort an einigen Manövern teilnehmen. Darüber hinaus ist Moshe großer Naturliebhaber und kennt die örtlichen Hikingspots und auch Übernachtungsmöglichkeiten.

So hatte ich dann am Ende des Abends sechs Telefonnummern, bei denen ich mir einen Schlafplatz für Lau oder wenig Geld erhoffte.

 

Also habe ich dann um 01:00 meine Sachen zusammengepackt. Gerade so eben habe ich es geschafft all die Dinge die ich brauchte, also Essen, Hygieneartikel, Handtuch und warme Kleidung (ich dachte ja es würde kalt werden, und dass Schnee sehe).

Dann war es auch schon zwei und um fünf wollte ich dann schon wieder aufstehen, da es ja so früh wie möglich losgehen sollte in Richtung Norden!

Punkt 05:00 klingelt der Wecker und ich habe absolut keine Lust aufzustehen, müde wie ich war, wollte ich dann noch fünf Minuten liegenbleiben...

Bin aber natürlich eingeschlafen und um sechs Uhr Morgens aus dem Schlaf gefahren. Also habe ich mich dann ordentlich beeilt und bin mit dem Bus zur Straße zwei (auch Meeresstraße genannt, da sie die mediterrane Küste abfährt) gefahren und von dort ging es mit Egged Bus Nr. 842 gen Norden.

Das Fahrzeug war voll von Soldaten die alle auf dem Weg Richtung libanesischer Grenze waren, dort ist die Millitärpresenz bekanntlich verstärkt ;)

Die Fahrt durch die Yezreel Ebene und das galileäische Bergland habe ich aufgrund des perfekten Wetter (Blauer, wolkenloser Himmel und angenehm warm bei Temperaturen über 20 C*) und der wunderschönen Landschaft äußersts genossen!

Gegen Vormittag bin ich dann in Kiryat Shmona angekommen und das erste das mich begrüsst hat, war die wunderschöne Aussicht auf den verschneiten Gipfel des Hermon und die Golanhöhen. Voller Euphorie und Abenteuerlust habe ich dann mein Handy aus der Hosentasche gezückt und mich auf Schlafplatzsuche gemacht. Das erste Telefonat lief wenig erfolgreich, das zweite ebenfalls. Im Kibbuz Dafna war nichts mehr frei, ebenso bei "Zehe'ivi", Student aus dem Kibbuz Dan. Dieser konnte mich dann immerhin noch, wenig begeistert, an Janei weiterleiten, der mich gegen Geld in einer Sporthalle übernachten lassen würde.

Jedoch standen die beiden nicht in Kontakt und Zehe'ivi hat mich ans Kibizbüro weitergeleitet, um mich nach seiner Nummer zu erkundigen.

Begrüßt wurde ich von einer netten Dame, mit der ich fünf Minuten vorher schon gesprochen hatte. Sofort hat sie mir die Nummer rausgerückt und sich noch mal entschuldigt, dass sie nichts mehr für mich, in meiner Preisklasse frei habe. Sollte ich jedoch Probleme haben was zu finden, solle ich sie anrufen. Irgendwie würde sie mir zur Not was auftreiben. Kibbuznik halt! :)

 

Jedenfalls bin ich bei Janei dann untergekommen.

Da keine Busse fuhren, habe bin ich zu Fuß bis zum Ende der Stadt gegangen und habe dort an einer Bushaltestelle meinen Zeigefinger gen Boden gestreckt und getrampt (der ausgestreckte Daumen ist im Orient eine beleidigende Geste) Nach zwei Minuten hat mich eine junge Frau mitgenommen, mit der ich mich nett unterhalten habe. Nach 4 km hat sie mich abgesetzt uns ich bin weitergetrampt. Etwas Lauferei und hatte ich dann einen idealen Tramperplatz gefunden und mein Glück aufs Neue probiert. Eine Minute Wartezeit und Nir und Nathan haben für mich angehalten. Auf die Frage wo ich hin will, habe ich ihnen angewortet: Also im Kibbuz Dan schlafe ich, aber ich möchte nach oben. So haben wir uns dann unterhalten und es Nir hat mir erzählt, dass er im Kibbuz Dan lebt und studiert. Als ich ihm auf die Frage wo ich schlafe "Janei" geantwortet habe, hat Nir mir durch den Rückspiegel in die Augen geschaut und mir gesagt, dass es keine gute Idee ist dort zu schlafen, da ich für Geld in einer Sporthalle untergebracht werde.

Daraufhin habe ich ihm alles erzählt und er hat mir noch einmal beteuert, dass Janei einen wirklich ekelhaften Charakter hat und Nir es nicht gefällt, dass er Geld von armen Volontären wie mir nimmt. So hat er mir dann angeboten bei ihm in seiner Kibuzhütte auf der Schlafcouch zu pennen. Total begeistert habe ich dem sofort zugestimmt und Nir und Natan haben mich am Rande vom Kibbuz abgesetzt und mir einen Weg zum Tell Dan gezeigt von wo aus ich ein wenig wandern kann. So habe ich mich dann voller Begeisterung und der Erkenntnis, dass die Welt doch gar nicht immer so schlecht ist wie man sagt.

 

Also ging es zum Tell Dan. Eine grüne Oase in der sowieso schon grünen und fruchtbaren Huluebene (letztere war bis 1950 ein See/Sumpfgebiet und wurde 1951 trockengelegt um fruchtbaren Boden, für die Landwirtschaft zu gewinnen)

Ich konnte die ergiebigste Quelle im Nahen Osten bewundern, einen alten Armeebunker, Siedlungsüberreste einer nabatäischen Stadt, sowie die Ruine der antiken Danfeste und den Ruinen der Stadt in denen der altisraelische Stamm Dan gelebt hat.

Von dort bin ich dann durch die Huluebene ein Stück des Israeltrails (ein Wanderweg durch ganz Israel von Eilat im Süden bis zu Dan im Norden). Es war wirklich schön, ich habe viel gelernt und es war mega warm.

Hätte ich doch besser anstatt von Pullovern lieber Badesachen mitgenommen, denn es waren bestimmt 25 C*! Mit Einbruch der Nacht wurde es dann doch richtig kalt.

 

Im Kibbuz angekommen saß Nir vor seiner kleinen Hütte mit Natan, Ofer und.. Den Namen hab ich vergessen. Mir wurde erst mal eine schön warme und leckere Suppe verabreicht. Dann durfte ich von meinem Tag berichten, natürlich (so wie immer) von meiner Arbeit hier in Israel und meinen Motivationen. Die Konversation war wirklich nett und ich habe mich wirklich wohl und gut aufgehoben gefühlt.

Ach ja! Und als ich gesagt habe, dass ich in Hadera gewohnt habe haben alle einen glücklichen Aufschrei getan: Aah Borekas von Sami an der Ecke im Kreisverkehr. So wurde ich dann aufgeklärt, dass es in Hadera die besten Borekas in ganz Israel sind. Borekas sind Sesamteigtaschen, die mit Käse, Kartoffeln oder Fleisch gefüllt werden (wurde übrigens von Einwanderern aus den Balkanländern und der Türkei (Börek) eingeführt)

Später am Abend ging es in einer anderen Kibbuzhütte mit anderen Studenten essen. Hier wurden natürlich, als ich gesagt habe, dass ich in Hadera lebe, die Borekas zum Gesprächsthema. Das Essen war gut und reichlich und eine der Studentinnen kennt Daniel Brühl persönlich, der hat ihr übrigens nie erzählt, dass er in Deutschland so berühmt ist^^

Danach sind Nir und ich zu Schlomit und O'eri gegangen. Letzterer hat sich übrigens als zehe'ivi (sein Familienname) rausgestellt, mit dem ich vormittags telefoniert habe. Mit den beiden war es wirklich schön, mit Schlomit treffe ich mich übrigens am Wochenende, da sie eine Freundin in einem nahegelegenen Kibuz besuchen wird.

Gegen 00:00 ging es schlafen und um 10:00 aufgestanden.

Nir hat uns wunderbare Schakschuka gezaubert und ich bin Mittags zu einem Wanderweg getrampt bin, während Nir lernen musste.

Den Wanderweg habe ich erst nicht gefunden und nach einer geschlagenen Stunde rumlatschen in den Golanhöhen zwischen Minenfeldern bin ich am Wanderweg zur Nimrod Festung gekommen. Leider war der Weg durch ein großes Stacheldrahttor verschlossen. Also habe ich dann meinen Finger ausgestreckt und bin dabei gelaufen. Kein Auto hat mich mitgenommen.

Auf dem Weg nach oben, bin ich auch am Mafal Sa'ar vorbeigekommen, einem kleinen Wasserfall. Der Wasserfall war komplett ohne Wasser, der Fluss hat sich in ein Wadi, ein trockenes Flußbett, verwandelt und das Mitten im Winter, im Januar!!! So warm und trocken ist es hier immer noch! Von Schnee war auch keine Spur, nur auf dem Gipfel des Hermons, der aber abgesperrtes Millitärgebiet ist (Omer dient genau da).

Kurz vor Ende, 2 km vor der Festung hat sich dann ein drusischer Bauer meiner erbarmt und mich mitgenommen. An der Festung angekommen, habe ich erfahren, dass der Wanderweg geschlossen ist, da man sich sonst die 20 Schekel (4€) spart. Aber der Preis war es wirklich wert!!

Eine Mega geile Aussicht und Relikte aus der Kreuzfahrerzeit, von den Mongolen und den Arabern. Runter habe ich dann wieder getrampt, da ich ziemlich lange oben auf der Burg die Aussicht genossen habe und mich ordentlich ausgeruht habe.

Diesmal war das Glück mir hold und ich habe nach drei Minuten ein Auto erwischt, dass mich bis zum Kibuz Dan gefahren hat. Dort saß ich dann mit Nir, Schlomit und der äußersts attraktiven Ichmar zusammen und wir haben yemenitisches Essen verspeist. Alle drei sind übrigens yemenitische Juden und so enstand eine angeregte Disskusion über die Cuisine des Landes am Golf von Aden. Gegen Abend habe ich mich von allen herzlich verabschiedet und bin glücklich ud zufrieden nach Hause gefahren. In den Kibbuz Dan wird es mich in Bälde bestimmt noch einmal verschlagen!

 

Aber natürlich sind in der letzten Zeit noch andere Dinge passiert:

Vorletztes Wochenende war ich wieder einmal im Hilel Yafe Krankenhaus, zum Glück jedoch nur zu einer Untersuchung. Mit dem Ergebniss, dass ich höchstwahrscheinlich gesund bin! :)

 

Es war auch Tu Vi-Schwat, das jüdische Neujahrfest der Bäume und im antiken Israel auch Frühlingsanfang. An diesem Fest werden traditionell Trockenfrüchte (Datteln, Feigen, Aprikosen und Co.) gegessen.

Bei uns im Mikbaz gab es eine schöne Party für die Bewohner und Chumi, die Pflegerinnen und ich sind abends essen gegangen.

Übrigens haben wir mit Adina eine neue Pflegerin im Mikbazteam, sie kommt für Bella, die wiederum Adinas Platz in der dirot Achschera einnimmt, ein Wohnheim für junge geistig Behinderte, in der Leila volontiert.

 

Ich glaube das war auch erstmal so alles neues!

Ach hier wohne ich übrigens!

Freitag, 07.01.2011

Ich lebe im beschaulichen Städtchen Hadera (kommt von dem arabischen Wort hudera - was soviel wie grün heißt)
Hadera hat etwas mehr als 80.000 Einwohner, befindet sich genau zwischen Tel und Haifa an der Mittelmeerküste.

Hadera ist neben Netanya die größte Ortschaft in der Scharonebene und Einkaufszentrum für die umliegenden arabischen Dörfer und Städtchen.

Hadera ist in vier Orte aufgegliedert:

  • Givat Olga (am Meer, mit schönen Stränden)
  • Beit Eliezer (Wohnort im Osten, zumeist Familien)
  • Kfar Brandeis (kleiner Ort im Süden, den Anfang des 20. Jahrhunderts Zionisten von Beduinen abgekauft haben)
  • Hadera

Des Weiteren ist Hadera 15km von der sogenannten "grünen Linie" entfertn, der Grenze zum Westjordanland.
In der geteilten Stadt Baqa, die Hadera direkt gegenüberliegt, kann man überdies eine wunderschöne Mauer bewundern, die einen stark an Berlin erinnert. 

In Hadera gibt es eine große Anzahl russischer und äthiopischer Immigranten, vor allem da wo ich wohne.
Es gibt einen riesigen "Cannyon" (Einkaufszentrum), wo Mädchenherzen wirklich höher schlagen, einen schönen Schuk (arabischer [Obst- und Gemüse]markt), einen Fluss, den Nahal Hadera, eine Disco (nicht wirklich empfehlenswert) und eine Billiardbar.

Hier fühle ich mich schon recht wohl und kenne mich gut aus.
Ich weiß in welchen Läden ich mein so geliebtes, unkoschere Schweinefleisch und die ebenfall nicht dem Kaschrut (die jüdischen Speiseregeln) entsprechenden Schrimps finde.

Ich weiß an welchen Orten man die günstigsten Zigaretten und den besten Nargila-Tabak (hebr. und arb. für Shisha/Wasserpfeife) bekommt, den besten Arak (Anisschnaps der im ganzen Nahen Osten verbreitet ist) und wo ich deutschen Fußball gucken kann.

Im Schuk gehe ich am allerliebsten einkaufen, denn man bekommt gute Ware für einen wirklich geringen Preis.
Ich kenne die Leute, die Läden und weiß wo ich etwas Gutes für mein Geld bekomme.
Apropos Geld, wir Volontäre bekommen ein kleines Taschengeld und Verpflegungsgeld.
Darüberhinaus bekommen wir bei der Arbeit eine warme Mahlzeit (wobei ich da echt die Niete gezogen habe, da Julia und Leila wirklich gutes, frisch zubereitetes Essen bekommen und es bei mir im Mikbaz Kantinenfutter gibt)

Leila und ich (und manchmal auch Yaniv, wenn er denn gerade mal zu Besuch ist) ziehen gerne durch die Orangenhaine zwischen Hadera und Kfar Brandeis, um uns an den besten Jaffa-Orangen der ganzen Welt (die übrigens in der Scharonebene gezüchtet worden sind), den leckersten Grapefruites und Granatäpfeln zu bedienen.
Meistens sammeln wir das wirklich noch gute Fallobst auf, das wenn wir es nicht aufheben würden vergammelt, weil die Temperaturen dieses Jahr noch ungewöhnlich warm sind.

So haben wir z.B. einmal fast 50 kg Orangen und Grapefruits einkassiert, die wir zu leckerem Saft und Marmelade verarbeitet haben.

Weiter Attraktionen sind der Nahal Alexander, in dem auch Süßwasserschildkröten leben, das Gador Sea Reserve (naturreservat für meeresschildkröten und alle anderen möglichen Meerestiere), Die Klippen von Givat Olga, der Nahal Hadera, an dem sich im Herbst und Frühjahr Zugvögel in Scharen sammeln und von wo man einen ausgezeichneten Blick auf die Berge von Samaria hat, die antike Stadt Ceasarea, die gleich um die Ecke ist und in der auch schon alle möglichen Kulturen sich rumgetrieben haben und... ich glaube das wars auch schon.


Achja man ist hier gut ans Straßennetz angebunden und es gibt einen Bahnhof, so das man jeder Zeit, Städte im ganzen Land zu einem kleinen Preis erreichen kann (und das oft sogar direkt!)

 

Also ich kann es hier gut aushalten!

 

Hier liegt Hadera übrigens genau:

Hadera! 

 

weitere Fotos folgen bald noch.

 

Das wars dann auch für heute!

Gute Nacht allerseits und Schabbat Schalom! 

Das israelische Silvesterfiasko

Freitag, 07.01.2011

Silvester einmal in Israel...

und Nie Wieder!
Wirklich nicht!

Das Silvester 2010 nicht soooo Bombe werden würde, war mir schon klar, da ich Antibiotika nehmen musste und ich deswegen nüchtern bleiben durfte.

Rauchen haben mir die Ärzte auch verboten, was aber eigentlich ganz gut ist, aber ziemlich schwer wenn man um die Häuser zieht.

Naja...
Nach meinem Weihnachtsfest war ich mir gar nicht mal sicher ob ich Silvester überhaupt feiern möchte und kann.
Aber da ich schon ein Fest im Krankenhaus verpasst habe, wollte ich mir das nächste, trotz Alkoholverbot, nicht entgehen lassen.

Verschiedenste Quellen hatten mir offenbart das in Tel Aviv überall eine Mordssause steigt...

ob nun Israelis, verschiedene Reiseführer, Onlineportale...

Also habe ich mich am 31.12. auf den Weg nach Bat Yam gemacht um mit meinem Kumpel Yaniv Silvester zu feiern.
Bat Yam ist ein Vorort von Tel Aviv, und liegt direkt neben Jaffa.
Dadurch das Bat Yam eine Vorstadt ist ist natürlich nicht sooo viel los und so haben wir geplant Silvester garantiert nicht in diesem Nest zu verbringen sondern, wie schon oben erwähnt nach Tel Aviv auszuziehen um einen super Abend zu verbringen.

Verabredetet hatten wir uns noch mit einigen anderen Leuten aus Bat Yam.

Yanivs Schwester, Jarit ist auch mit uns gekommen.
So haben wir drei uns dann ein Taxi geteilt ins Florentin-Viertel, ein hippes Szeneviertel im Tel Aviver Süden, direkt neben Jaffa bestellt.
Florentin kenne ich mittlerweile schon ganz gut und man kann da am Wochenende gut weg gehen, aber etwas betrübt über die Entscheidung war ich schon, da ich auch noch andere Ecken kennern lernen wollte.

Als wir dann schließlich, oder besser gesagt Yaniv und Jarit sich um 22:30 noch etwas zum Vorglühen geholt haben, (Nach 23:00 ist es in Israel verboten in Supermärkten oder Kiosken Alkohol zu verkaufen)  sind wir endlich in die Gassen von Florentin gezogen um auf die anderen zu treffen.

Aufgrund der Erwartung von Unmengen an Menschen hatte die Polizei Straßensperren eingerichtet, wo man erstmal kontrolliert wurde, wie es in Israel überall üblich ist.
Dann wurde uns mitgeteilt, dass wir den Alkohol wegkippen müssen, da es ja schließlich schon nach 21:00 Uhr ist und jetzt angeblich Alkoholverbot auf der Straße bestehe.
Das war natürlich erfunden, aber man meinte es ernst.
Also musste auch Yaniv nach einigen Minuten Protest und Disskusion sein Bier wegschütten.

Ein wenig musste ich meine Schadenfreude darüber schon verstecken, da es mir ja gänzlich verboten war zu trinken.
Ausgleichende Gerechtigkeit!

Wie dem auch sei, wir haben dann an der Straßensperre unter den strengen Augen von Staatsgewalt und Millitär (die übrigens auch überall present sind) auf die anderen gewartet, weil in Florentin nichts los war.

Von da haben wir dann Taxis gechartert ins Tel Aviver Zentrum:

Allenbystreet und Rothschildsquare

Alles voll mit Bars, Pubs und Clubs.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten (in einen Club durften nur die Mädchen rein, "Nur ab 21... oh du bist ja deutsch, du darfst rein" oder wirklich leer gefegten Bars)

kamen wir dann zu einer Art Disco die wirklich ansprechend aussah und sich in einer alten Fabrikhalle befand.

Davor hat sich eine Menschentraube von jungen hippen Tel Avivern gebildet und jeder wartet auf den Eintritt.

Aber Yaniv und noch ein Kumpel kamen nicht rein, da sie unter 20 waren...


Geknickt, fünf Minuten vor zwölf sind wir dann weiter gezogen.

Um Punkt 12 haben nur Yaniv und ich uns ein frohes neues Jahr gewünscht und sind uns in die Arme gefallen, allen anderen, auch in den Bars (!!!) war das ganze vollkommen egal.


Um kurz nach 12 waren wir dann an einem English Pub, mit einem verführenden Trinkangebot (das wahrscheinlich sogar mich in Verführung gebracht hätte!!), aber das fanden die Mädels natürlich nicht so cool...


Ende der Geschichte war, dass wir dann in eine riesige Bar gegangen sind, die sich über drei Floors erstreckte:
Das erdgeschoss war wie ein uriger Pub,
Im ersten Stock konnte man Billiard spielen und ganz oben war eine Tanzfläche und laute Musik.

Die Bar war ganz ok, aber wirklich umgehauen hats mich nicht.
War eher ein ganz gewöhnlicher Abend wie jeder andere, nicht so wie ein gewohntes Silvester.

Naja hier könnt ihr mich Billiardprofi bei der Arbeit sehen:

 

Als wir dann gegen 05:00 Uhr morgens da raus sind, sind wir erstmal was essen gegangen.
Der Großteil hat sich eine Pizza geholt und Arty und ich sind in eine Shawarmabude gegangen.
Ich wusste natürlich, dass mir Shawarma verboten ist, aber ich dachte an Silvester, vor allem dieses Jahr, darf ich mir das mal gönnen...


Also habe ich mir einen Shawarma mit dick Chumus (mega geile Kichererbsenpaste), Salat, Amber (das Zeug was high macht) und extra Scharf in einer Lefa (das ist so ein arabisches Brotdings^^ is aber lecker) gegönnt.

Nach der Hälfte habe ich kapituliert und den Rest meines Shawarma reuemütig an Yaniv abgegeben, denn dann habe ich extreme Bauchschmerzen bekommen.
Naja nächstes Mal hör ich auf die Ärzte^^

Nach unserem Festmahl haben wir dann versucht ein Taxi zu bestellen.
Garnicht mal sooo einfach!
Denn es ist Shabbat, also fahren keine Busse, so wie es in Israel nun einmal ist!
Also will jeder man nach der großen Feierei sich ein Taxi nehmen in seine Viertel und Vororte.
Wir brauchten genau zwei Taxis.
Nach einer halben konnten wir endlich ein Taxi ergattern.
Danach mussten Yaniv und ich zusehen wie wir noch eins anschaffen konnten.
Es artete in eine regelrechte Schlacht um Taxis aus.
Jeder proklamierte als erster da gewesen zu sein, auch wenn er gerade erst gekommen war, einer hat einem das Taxi weggeschnappt in dem er dem Fahrer einen schönes großes Geldscheinchen zugesteckt hat und einige Fahrer wollten schlicht einfach nicht dahin fahren wo wir hinwollten.
Nach einer geschlagenen Stunde haben wir dann ein Taxi gefunden, was uns für unverschämte 60 Schekel (12 €) nach Bat Yam zu Yaniv gefahren hat.
Natürlich war der Preis viel zu hoch, aber das war uns dann wirklich egal.

Das nächste Silvester kann nur besser werden! 

Weihnachten im Heiligen Land...

Freitag, 07.01.2011

Da denkt doch ein jeder gleich an Betlehem..

Das waren auch meine ersten Gedanken, als ich noch in Deutschland war und mir mein Weihnachtsfest in der Ferne ausgemalt habe.
Ich hatte mir immer fest vorgenommen nach Betlehem zu fahren, mich in die Menschenmasse zu quetschen und die Mitternachtsmesse zu verfolgen.

Was ich daran so toll gefunden hätte weiß ich auch nicht mehr.
Zumindest haben sich dann im Herbst meine Pläne geändert und ich wollte gemeinsam mit meinen Mitbewohnerinnen Julia und Leila gemütlich Weihnachten im kleinen Kreise bei uns zu Hause feiern.

Einmal schien mir das die viel viel schönere Alternative und zum anderen wollte ich micht nicht, nach dem ich nun schon zwei mal die Geburtskirche in Betlehem besichtig habe, nicht auf dem kleinen Vorplatz quetschen zusammen mit 6.000 anderen Leuten und von dort in der Nacht bei kalten (naja für den Nahen Osten halt kalten) Temperaturen eine Messe auf einer Leinwand verfolgen und darauf warten irgendwann in die Kirche zu kommen um den Stern von Betlehem zu sehen.

Auf jeden Fall Ende November, kurz vor dem ersten Advent kam bei uns so richtige Lust auf Weihnachten auf und Leila und ich sind durch die Straßen gezogen und haben uns "Tannengrün" (von Pinien und anderen mediterranen Bäumen) und kleine Zierorangen gepflückt, um Weihnachtsdeko für die Wohnung zu haben und auch um einen Adventskranz zu basteln.

Zu Hause angekommen haben wir uns erstmal auf die ersten Zweige gestürzt und mit Hilfe von irgendwelchen gelben Beeren so kleine Weihnachtssträuche gemacht und in unserem Wohnzimmer aufgehangen.

Irgendwann kam dann natürlich auch der erste Advent.
Und wir hatten natürlich noch keine Adventskranz.
Morgen Morgen nur nicht heute... sagen alle faulen Leute...

Dabei ist es auch geblieben, wir haben bis heute keinen Adventskranz :D


Aber dafür haben wir einen Tannenbaum in einem russischen Laden ergattert!
Seit ungefähr 20 Jahren, also seitdem ein Großteil der Juden aus den Staaten der ehemaligen Sowjet Union nach Israel immigriert ist, gibt es in Israel Weihnachtsbäume und alles was man so braucht zum Fest der Liebe.

Einige der eingewanderten Juden, wollen trotz ihres Glaubens, Weihnachten feiern, weil sie es in Russland "mitgefeiert" haben.
So hat z.B. die russische Großmutter meines Freund Yaniv's einen kleinen Weihnachtsbaum in ihrer Wohnung stehen und verteilt an ihre Enkel kleine Geschenke an Silvester (warum ausgerechnet an Silvester, habe ich auch nicht verstanden, überhaupt fällt die Kommunikation mit ihr schwer, da sie nur Russisch spricht und ein klein wenig jiddisch; aber mit einem jiddisch-deutschen Mix kann ich mich halbwegs mit ihr verständigen)

Andere Einwanderer sind russische Christen und durften nach Israel kommen, aufgrund dessen, dass sie einen jüdischen Vater oder eine jüdische Mutter haben.
Und so hält auch das Weihnachtsfest langsam aber sicher, zum Grauen vieler Rabbiner^^, Einzug ins Medina Israel (hebr. Staat Israel).

Natürlich haben die arabischen Christen in Israel (z.B. in Nazareth) schon immer Weihnachten gefeiert, genau wie die arabischen Christen in Palästina, Transjordanien, oder wie der Landstrich je nach Zeitalter hieß (z.B. in Betlehem).

Auf jeden Fall haben wir in der Vorweihnachtszeit gaaanz viele arabische Weihnachtslieder gehört, denn die Christen hier singen und trällern natürlich auch Oh Tannenbaum, Jingle Bells oder Stille Nacht.
Erwähnenswert ist die syrisch-orthodoxe Sängerin Fairouz (arab. für türkis) aus dem Libanon, die in der ganzen arabischen Welt berühmt ist (und das über alle Religionen hinweg):

 

So kam dann schon mal ein wenig Weihnachtsflaire, aber keine richtige Weihnachtsstimmung auf, denn irgendwie ist doch alles etwas fremd und eigenartig.
Vor allem fehlt die winterliche Kälte, denn Tagsüber wird es nie unter 20 C° und nachts waren es allerhöchstens 12 C°, nicht kälter!
Und am Anfang der Weihnachtszeit war es wirklich warm, bis 30 C° und KOMPLETT!!! ohne Niederschläge.                                                                                                      

Das ging ungefähr so bis das große Feuer gelöscht wurde, das im Karmelgebirge gewütet hat, vielleicht habt ihr das in den Nachrichten verfolgen können.


Naja auf jeden Fall war es immer so ein hin und her mit der Weihnachtsstimmung....

Eine Woche vor Weihnachten (um genau zu sein, ab dem 15.12.) waren Julia, Leila und ich auf einem Seminar im Beit Rutenberg, in Haifa, dass sich rund um das Thema "Kunst und Kultur in Israel" drehte.

Wir haben z.B. Vorträge von einer Araberin in Israel, israelischen Araberin, Araberin mit israelischem Pass, wie immer man das auch nennen will..., einem Holocaustüberlebendem gehört, wir haben israelische Volkstänze getanzt, waren im Künstlerdorf Ein Hod, das im Karmelgebirge liegt und auch teilweise sehr schwer vom Feuer betroffen war und wir waren im arabischen Künstlerviertel "Wadi Nisnas" in Haifa...

Letzteres ist ein Viertel in Haifa in der Unterstadt, in dem viele Künstler gewirkt haben und das überwiegend von arabischen Christen (alle möglichen Konfessionen... syrisch-orthodox, römisch-katholisch, koptisch, griechisch-katholisch, griechisch-orthodox und maronitisch) bewohnt wird.
Durch das Viertel, welches mega mega mega weihnachtlich geschmückt war, mit Lichtern und Girlanden (teilweise etwas kitischig!), wurden wir von einem Guide geführt, der uns später auch die ebenfalls weihnachtlich geschmückte deutsche Kolonie (bis 1936 haben dort mehrere Hundert Deutsche gewohnt, die sich selbst als Nachfahren des Templerordens betrachtet haben. Ausgewiesen wurden sie, als sie dann Mitte der 1930-er Jahre NS-Fahnen in ihren Fenstern gehisst haben).

Das Seminar ging bis Freitag Mittag.
Leila und ich sind noch über das Wochenende geblieben, denn wir konnten noch eine Nacht kostenfrei im Beit Rutenberg schlafen.
Nach einem ziemlich amüsanten Abend, als wir scharfen Falafel bzw. Shawarma mit Amber gegessen (was Europäer, wirklich high macht, zumindest sind das bisher so unsere Erfahrungen) lernten wir bei den Bahaigärten, den dort zuständigen Katzenpfleger kennen (ja kein Scherz! :D), der dort 25 mehr oder wenige "wilde" Katzen betreut und wir konnten unsere Französischkenntnisse etwas aufpolieren.

Auf jeden Fall konnten wir in Erfahrung bringen, dass Samstag, das "Fest der Feste" stattfindet, ein Straßenfest im Wadi Nisnas, das an jedem Dezemberwochenende stattfindet.
Dort feiert man dann in friedlicher Eintracht, alle Ethnien und Religionen zusammen, egal ob Jude, Muslim, Christ, Ahmandiya oder Druse, das Opferfest, Chanukka und Weihnachten.
Da es der vierte Advent war und Weihnachten kurz vor der Tür stand, hat das "Fest der Feste" an diesem Samstag seinen Höhepunkt gehabt und man konnte im Wadi Nisnas überall Kleinkünstler sehen, Weihnachtsmusik hören, Lichter, gebrannte Maronen und alles andere schöne Weihnachtszeug.

So kam dann endlich auch mal Weihnachtsstimmung auf und wir konnten sogar den Weihnachtsmann in seinem Haus besuchen gehen!
Kein Spaß, der Weihnachtsmann wohnt in Haifa!!!
Und zwar der echte!!!
Seht selbst:

Der Weihnachtsmann und ich!

 

So langsam ging es dann auch schon auf Heilig Abend zu...

Wir hatten Yaniv eingeladen mit uns zusammen Weihnachten zu feiern und wir drei haben uns schon darüber Gedanken gemacht welches Festmahl wir zaubern würden...
Donnerstag Abend ist Yaniv dann gekommen...
Julia kam dann auf die Idee dann doch nach ins aufregende Bat Yam zu ihrem Freund zu fahren.

So waren wir dann nur noch zu dritt und die Mousse au Chocolad die Julia uns versprochen hatte fiel ins Wasser...

Einen Tag Später am Morgen des Heilig Abend fiel dann noch ganz Weihnachten ins Wasser... zumindest für mich.

Da ich schon mehrere Tage Schmerzen im rechten Unterleib, genau da wo der Blinddarm ist, und ich an Heilig Abend Fieber bekommen habe und es wirklich weh tat, habe ich mich entschlossen ins Krankenhaus zu fahren.

Wo man mich dann erstmal auf alles durchgecheckt und mich für vier Tage, also genau die ganze Weihnachtsfeiertage dabehalten hat.
Eine Blinddarmentzündung ist es nicht, was ich genau habe weiß man noch nicht, ich muss noch mal am 16.01. zu einer Untersuchung ins Krankenhaus.

Am 24.12. haben wir Leila, Yaniv und ich im Krankenhaus noch ein wenig Bescherung gemacht um den Weihnachtsabend doch noch ein bisschen zu retten.

Aber wirklich toll war Weihnachten dieses Jahr nicht!

Aber immerhin gehört die Zeit im Krankenhaus zu einen meiner intensivesten Erfahrungen hier in Israel:

In friedlicher, kollegialer Eintracht arbeiten dort Ärzte und Pflegepersonal verschiedenster Ethnien und Religionen (Juden, arabische Muslime, Christen und Drusen) miteinander und auch die Patienten stehen in Kontakt und helfen sich, trotz verschiedenster Hintergründe und auch manchmal kleiner Sprachschwierigkeiten.

Gegessen wird z.B. nicht auf dem Zimmer, sondern in einem Essensraum (natürlich nur die, die aus dem Bett kommen). So lernt man einander dann kennen und kommt schnell in Kontakt.
So hat mir z.B. eine deutsche Jüdin angeboten mir bei Sprachschwierigkeiten (die ich nicht hatte!^^) zu helfen, ich bin in zwei Kibbuze eingeladen, habe ungefähr 5 Telefonnummer und wenn ich jemals ins kleine Städchen Pardes Hannah fahre habe ich gleich mehrere Adressen zum Mittagessen.

Das war wirklich schön am Krankenhaus und so habe ich mich eigentlich auch wohl gefühlt.

Aber sobald es dann um Papierkram geht... Naher Osten halt!
Balagan (hebr. für Chaos) und Tohowabohu (dieses hebr. Wort solltet ihr ja kennen! ;) )

Weil ich eine ausländische Versicherung habe ist das alles ein bisschen schwierig und wenn man sich nicht um alles selber kümmert, tut es keiner!

Ein riesen Chaos und mega Stress, ich bin froh wenn ich das alles geregelt habe...

 

Naja das waren meine Weihnachten.... 

Tiberias am See Genezareth - eines meiner Lieblingsziele!

Freitag, 07.01.2011

Nach Tiberias zieht es mich immer wieder und immer wieder!

Zum Einen gibt es eine direkte Busverbindung von Hadera nach Tiberias.

So fahren mehrmals am Tag die Linien 841 und 830 für 34 Schekel (knapp 7€ - für israelische Verhältnisse teuere Fahrt!) in die größte Stadt am See Genezareth.

Gefahren wird natürlich mit der Egged Busgesellschaft, dem größten Anbieter, der fast das ganze Land anfährt.

Zum Anderen lockt der tiefste Süßwassersee der Welt immer wieder an die israelische Ferienmetropole am Kinneret (hebr. Name für den See; wörtlich übersetzt heißt Kinneret Harfe und spielt auf die Form des Gewässers an).

Tiberias hat mit seinen 40.000 Einwohnern einiges zu bieten:

Eine schöne Innenstadt in der sich Falafel- und Shawarmabuden aneinanderreihen (Shawarma ist quasi der arabische Döner und Falafel eine Art vegetarischer Döner aus Kichererbsen)

Im Zentrum gibt es ferner auch Massen an Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.

Ein Highlight ist die "Marina", die Promenade die direkt am See Genezareth entlangführt und von Bars und Restaurants gesäumt wird und wo man auch gut mal ein Eis essen oder einen frisch gepressten Granatapfel- oder Orangensaft genießen kann. (Nur leider etwas teuer!)

Der See Genezareth ist von Bergen umsäumt und so erstreckt sich Tiberias von der Spitze der Hügel bei 457 Meter NN bis zu der Marina, direkt am Ufer, bei -214 Meter NN.

Jedes Mal wenn man mit dem Bus in Tiberias einfährt und auf den tief gelegenen Busbahnhof zusteuert wird der Druck auf den Ohren immer größer während man die atemberaubende Aussicht auf den See Genezareth genießen darf.

Tiberias wurde von den Römern 17 n. Chr. erbaut und wie man am Namen schon unschwer erkennen kann, zu Ehren des Kaisers Tiberius.

Die Römer bauten so auch auf jüdischen Gräbern, weswegen die Stadt den Juden als unrein galt und Jesus, obgleich er viel am See Genezareth gewirkt hat, nie in dieser Stadt gewesen sein wird.

Irgendwann kam mal ein Rabbi auf die Idee die Stadt als rein zu erklären und die Stadt wurde Sitz des Sanhedrin, des jüdischen Gerichtshof.

Tiberias ist eine der Orte im Nahen Osten der schon immer von Juden, auch während der Diaspora, bewohnt war.

Während der Islamisierung haben sich dann auch Muslime in der Stadt niedergelassen und bis 1948 Seite an Seite mit den Juden gewohnt.

Während des Unabhängigkeitskriegs wurde die arabische Bevölkerung dann vertrieben oder ist geflohen, kommt drauf an wer es einem sagt ;)

Auf jeden Fall kann man noch ganz viele schöne Überreste der arabischen Altstadt bewundern, wie z.B. zwei Moscheen, eine direkt an der Marina, und eine etwas weiter innen neben der großen Einkaufsstraße und eine griechisch-orthodoxe Kirche, ebenfalls direkt am Ufer des See Genezareth.

Achja und die Kreuzfahrer waren auch irgendwann mal hier und haben eine Zitadelle in der Stadt erbauen lassen, von der man noch gut erhaltene Überreste besichtigen kann, hab ich bis jetzt aber noch nicht gemacht.


Das Tiberias eine heilige jüdische Stätte ist wird einem in der Stadt immer wieder vor Augen gehalten, da sich dort Scharen von orthodoxen und ultraorthodoxen Juden rumtreiben.
Die Männer natürlich Stilgemäß mit Schläfenlöckchen (hebr. Peot), Kippa, schwarzem Hut oder sogar gigantischem Pelshut.

Die Frauen meist mit langen Röcken und Oberteilen und einem Kopftuch.

Nichts desto trotz tummeln sich in Tiberias aber auch genug Sekuläre Juden und auch einige Araber.
Ist nur lustig anzusehen wenn die Datim (herb. für Religiöse) mit all ihren Klammoten, anstatt mit Bikini oder Badehose, ins Wasser steigen um sich abzukühlen (denn Tiberias ist eine der wärmsten Städte, vielleicht die wärmste im Norden Israels)

Apropos Wasser, im Sommer liegt die Temperatur bei unglaublichen 30 C°!!!
Ist aber trotzdem eine ziemliche Abkühlung kann ich euch sagen, da die Lufttemperatur meißt noch um einiges höher ist!

Wie überall in Israel, gibt es natürlich auch in Tiberias einige Merkwürdigkeiten (ganz abgesehen von dem Potpourri der Leute):
So hat man z.B. ein im Bau befindliches Luxushotel aufgefordet, den Bau sofort abzubrechen und alles abzureißen, da sich das zukünftige Hotel angeblich auf Gräbern befinden würde.
Das ganze wurde natürlich vom Religionsministerium (so was gibts, wie kanns auch anders sein, natürlich NUR in Israel und nirgendwo anders) proklamiert.
Das Ende der Geschichte ist, dass das Hotel, nach einer gehörigen Spende an eine Synagoge oder vielleicht sogar an das Religionsministerium selbst (habe da verschiedenes gehört) einen riesigen Innenhof haben muss, damit die Seelen der Verstorbenen zum Himmel aufsteigen können.
Israel halt! alles etwas merkwürdig und seltsam...

Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch der Stadt immer wieder und ich war schon unzählige Male hier...

Mit meiner Schwester, meiner Mutter, mit Leila bin ich hier hin getrampt von Hadera aus und mit Yaniv (einem wirklich sehr guten Freund hier in Israel) war ich schon hier.
Und jedes Mal bin ich baden gegangen (das letzte Mal Anfang Dezember, bei 30 C° :P)

Wirklich schöne Strände gibt es nicht, außer man geht an die überteuerten kostenpflichtigen.
Aber es ist trotzdem schön sich von der Sonne brutzeln zu lassen und ein kühlendes Bad zu nehmen.

Und man kommt auch immer wieder in Kontakt mit Leuten.
So habe ich schon Michael, einen 37 jährigen russischen Immigranten, kennengelernt, der in Tiberias Hammat, bei den warmen Thermalquellen arbeitet und mir so bei meinem nächsten Besuch kostenlosen Eintritt gewähren will :)


Von Tiberias aus kommt auch leicht an die verschieden christlichen Stätten am See Genezareth... Kafarnaum, Tagba, etc...

 

So das wars dann aber auch erst mal!
Bis dann 

 Die Uhr an der Marina in Tiberias die den Stand des See Genezareths anzeigt. Als ich das letzte Mal da war, waren es -214,30. Wird bei jedem Mal weniger...

Tiberias, Blick von der Marina

An einer kostenlosen, aber dafür auch schmutzigen, Badestelle in Tiberias

Überreste der alten arabischen Kirche

Blick vom kostenpflichtigen

nochmals Blick vom

Mosaike von Tagba

Altar von Tagba, auf dem Stein unter dem Altar soll Jesus die fünf Brote und zwei Fische vermehrt haben...

Innenhof von Tagba, welches übrigens ein Benediktinerkloster ist und vom deutschen Verein vom Heiligen Lande Anfang des 20 Jahrhunderts auf den Resten einer byzantinischen Kirche aufgebaut worden ist.

Kapernaum, der Ort an dem Jesus lange Zeit gelebt und gewirkt hat. Zu besichtigen ist das Haus von Petrus, die älteste Abbildung des Bundeslawe und eine der ältesten Synagogen im Nahen Osten.

Das orthodoxe Kapernaum (das andere war übrigens römisch-katholisch und ebenfalls ein Kloster, aber von den Franziskanern)

ganz schön pompös... Die Kirche wird von einem griechisch-orthodoxen Mönch verwaltet.

Gleich morgen?! So ein Quark, ich melde mich direkt heute noch mal!

Donnerstag, 06.01.2011

Da soll mal einer sagen ich sei nicht fleißig ;)
Anstatt mich morgen zu melden, tue ich es doch noch heute!

Bin bis genau heute noch krank geschrieben und habe dementsprechend die ganze Woche und auch heute zu Hause rumgehangen und mich einfach nur ausgeruht.

Heute Morgen, Punkt 12:30 werde ich von meinem Telefon aus dem Schlaf geklingelt.
Am Apperat ist Dafna, die Sozialarbeiterin die für den Mikbaz (heißt auf deutsch übrigens so viel wie "Gemeinschaft" oder "zusammen") zuständig ist.

Da hat sich doch tatsächlich Schlomik, ein relativ neuer Bewohner, gerade mal 3 Monate bei uns, selbstständig gemacht und ist ausgebrochen.
Mit dem Geld, das die Pflegerinnen ihm fürs Taxi nach Hause zu seiner Schwester gegeben haben (es ist ja schon Wochenende) hat er sich zwei Falafel und zwei Cola geholt und hat sich auf den Weg gemacht mich zu besuchen, da ich ja krank bin :D

Krank vor Sorge hat das Pfelegepersonal schon die Polizei eingeschaltet, man war vorallem besorgt das er sich verläuft, da er noch relativ neu ist und man mit Mitte 60, wenn man sowieso schon etwas eingeschränkter ist, sich nicht gerade gut Wege merken kann.


Auf jeden Fall hat Dafna ihn dann 50 Meter vor meiner Haustür aufgegabelt und nach einer langen Disskusion mit ihm bei mir angerufen und gefragt ob er mich für eine halbe Stunde besuchen darf.
Da kann ich dann natürlich schlecht nein sagen und habe uns Kaffee gemacht und etwas Süßes geholt.
Genüßlich hat Schlomik dann seinen Falafel verschlungen und Kaffee geschlürft, auf seinen Falafel den er extra für mich mitgebracht hatte musste ich leider verzichten, die Ärzte habens mir verboten^^

Auf jeden Fall habe ich ihn zu all dem dann ausgequetscht und er hat gesagt das ihm einfach langweilig war also hat er einen wirklich fitten Mitbewohner gebeten, der weiß wie man den elektronischen Türöffner bedient, ihn rauszulassen damit er mich besuchen kann :D

Und am Ende hat er sich dann geweigert meine Wohnung zu verlassen, als Dafna gekommen ist um ihn abzuholen, aber nach einer halben Stunde gut zu reden ist er dann schließlich doch zurück in den Mikbaz gefahren.

 

Doch das ist noch nicht alles was heute passiert ist.
Gegen Nachmittag fiel bei uns der Strom aus.
Ein 10 Jähriger Junge ist in so eine Art Hütte reingeklettert und da 10 Meter tief in einen Schacht gefallen, wo ein Riesenaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen für ungefähr 5 Stunden versucht hat ihn zu befreien und deswegen den Strom für ganz Peer abschalten musste.
Naja jetzt ist der Junge wieder "oben" und halbwegs wohlauf im Krankenhaus.

Und natürlich typisch für Israel standen ungefähr 200 Leute um dieses kleine Häuschen drum rum, haben abgewartet was passiert und alle möglichen Gerüchte ausgetauscht.

So das wars dann aber wirklich für Heute!
Jetzt gehe ich in das benachbarte Hostel, wo ich die Nacht über auf das Haus aufpasse, da alle Pflegerinnen (bis auf zwei, die Dienst im MIkbaz schieben) auf einen Ausflug ans Tote Meer gefahren sind und deswegen alle Bewohner, bis auf die die keine Familie mehr haben, nach Hause gefahren sind.
Fürs Housesitten gibts dann auch noch angenehme zwei Tage Urlaub ;)

 

Also dann gute Nacht geliebtes Deutschland!
Leila Tov (hebr.) ve leila saida (arab,) 

besser spät als nie...

Donnerstag, 06.01.2011

06.01.11

reichlich spät um mit einem blog anzufangen, aber besser spät als nie.

MIttlerweile bin ich schon etwas mehr als ein halbes Jahr in Hadera, Israel, wo ich ein einjähriges Volontariat leiste.

Das halbe Jahr das ich schon hier bin sind schon sehr viele, schöne wie unschöne Dinge passiert.

Im Folgenden versuche ich euch ein wenig darüber aufzuklären:

Ich arbeiten in einer Wohneinreichtung für geistig Behinderte Senioren (50+). Das Heim ist gerade einmal 9 Monate alt und ich bin der erste Volontär dort.
Dementsprechend modern fällt auch die Einrichtung und das Equipment aus.
Von Aussenstehenden wird der Mikabz (so heißt das Gebäude) auch als Hotel verschrien, da den Bewohnern jeglicher Luxus geboten wird. 

Von nicht genutzten Jaquizis, modernsten Zimmern bis zu Fitnessgeräten.

Inzwischen habe ich mich natürlich schon längst eingearbeitet und mit allen Gegebenheiten vertraut gemacht und komme ausgezeichnet an meiner Arbeitsstelle zurecht, so ausgezeichnet, dass man auf mich schon garnicht mehr verzichten möchte, zumindest sagt das meine Chefin Chumi, die die Managerin des Mikbaz ist.

Ich arbeite von Sonntags bis Donnerstag von 13:00-20:00h und erledige alle möglichen anfallenden Aufgaben:
Von Duschen, Rasieren, Nägel Schneiden, beim Anziehen helfen, Puzzeln, Spaziergänge machen, in die Stadt gehen bis hin zu einfachem Quatschen.

Es gibt sechs Wohnungen im Mikbaz, die auf drei Stockwerke verteilt sind.

Zur Zeit sind 4 Wohnungen zu jeweils sechs Bewohnern verteilt.
Eine Wohnung steht noch leer, wird aber in naher Zukunft bewohnt werden. (In der Zeit in der ich hier bin, sind schon zwei neue Bewohner hinzugekommen, Schuschanna und Schlomik, von letzterem werdet ihr noch etwas zu lesen bekommen)

Die andere Wohnung ist speziell für Besucher, denn in Israel ist es so, dass geistig Behinderte, die in Einrichtungen wohnen, zwei Wochen im Jahr Urlaub nehmen können (wann sie wollen! und auf von einem Tag auf den anderen!) und diesen in Behinderteneinrichtungen im ganzen Land verbringen können.
Der Mikbaz ist natürlich speziell für Ältere vorgesehen, so hatten wir z.B. zwei Wochen lang Besuch von einer immigrierten Russin, die kein Wort hebräisch sprach.
Aber in der Regel haben wir keine Besucher, nur ab und an einen Bewohner aus dem Hostel (einer anderen Behindertenwohnheim in Hadera) der unsterblich in eine der Pflegerinnen verliebt ist. 

So viel zu meiner Arbeit hier..


Meine Wohnung liegt im "schlimmsten" Viertel Haderas "Peer", was auf deutsch so viel heißt wie Luxus.
Wenn man sich das Viertel anguckt ist das eher ein schlechter Scherz, denn hier ist wirklich der soziale Brennpunkt Haderas.
Das Straßenbild bestimmen Gangs junger Afrikaner, Drogendealer und Alte.
Bewohnt wird der eine Straße umfassende Stadteil überwiegend von russischen und äthiopischen Immigranten.
Auf russischer Seite spricht so gut wie niemand wirklich gut hebräisch.
Die Äthioper hingegen schon, da die äthiopischen Sprachen, genau wie das Hebräische auch, der semitischen Sprachfamilie angehören.

Die Wohnung ist auf jeden Fall in Ordnung.

Eine kleine Küche, daneben eine Abstellkammer (die wir letzten Monat so richtig aufgeräumt haben und die jetzt als Raucherzimmer fungiert), ein großes Wohnzimmer mit Esstisch, daneben ein kleiner Raum zum Wäsche aufhängen, Badezimmer, Toilette und zwei Zimmer mit jeweils zwei Betten und Wandschrank.

Man kann es hier auf jeden Fall aushalten, vor allem nachdem wir mal alles auf Vordermann gebracht und einmal die ganze Wohnung von grund auf gereinigt haben. 

 Den ersten Monat habe ich allein Verbracht, dann ist meine Mitbewohnerin Julia, die aus Bayern kommt hinzugekommen.

Ende August kam Leila, ihr Vater ist z.B. Israeli.
Das Zusammenleben klappt ganz gut in der Regel.

Manchmal klappts nicht immer mit allen mit dem putzen (und das ist echt nicht meine Schuld ausnahmsweise^^) aber im großen und ganzen ist es gut.

Mit Leila habe ich auch schon einige Ausflüge gemacht, z.B. haben wir im September eine Nacht am Strand geschlafen, im Gador Sea Reserve, einem Naturreservart für Meereschildkröten und alle möglichen Meerestiere.
Ganz oft waren wir auch am Nahal Alexander, dem ich demnächst noch einen eigenen Blogeintrag widmen möchte.
Wir sind einmal am Shabbat von Hadera nach Tiberias am See Genezareth und zurück getrampt in unschlagbaren 4 Stunden.


Aber manchmal passierem einen hier in Israel auch beschissene Dinge...

z.B. wurde mir im Juli der Laptop durch mein Fenster (welches geschlossen war und sogar noch Gitter davor hat) gestohlen.
Ebenso wie uns diese Woche die Fahrräder gestohlen wurde.
Und wenn es in Israel um Papierkram oder Bürokratie geht ist es auch echt doof.
Z.B. bin ich bei meiner Einreise, noch vor dem Passschalter, in eine Routinekontrolle geraten, die von einer Psychologin und zwei Sicherheitsmänner durchgeführt wurde.
Man hat mich zu allen möglichen Sachen befragt und regelrecht ausgequetscht.
Am Passschalter hat man mir nach langem Hin- und Her schließlich ein Einmonats statt eines dreimonatiges Visums gegeben.
Und das Krankenhaus...
Achja über Weihnachten durfte ich ins Krankenhaus.
Ich hatte Unterleibsschmerzen im rechten Bauch, Fieber, etc.

Sah alles nach ner Blinddarmentzündung aus, also bin ich Heilig Abend, weil es nicht mehr ging ins Krankenhaus. Da hat man mich dann durchgechekt und 4 Tage dabehalten.
Am 16.01. darf ich nochmal zu ner Untersuchung hin, damit man jezz endgültig weiß was ich habe..

Auf jeden Fall ist das mit dem Krankenhaus ganz schwierig, weil die nicht mit meiner Versicherung zusammenarbeiten wollen.

Israelisches Balagan (hebr. für Chaos) halt.
So ist der Nahe Osten...
Der Krankenhausgeschichte widme ich demnächst auch nochmal einen eigenen Eintrag...

oh man ich hab noch soooo viele Dinge hier zu schreiben...

Auf jeden Fall geht es mir hier ganz gut und alles in allem ist es schön und ich bereu nicht hier hin gekommen zu sein.

Also macht euch keine Sorgen! :)

Ich melde mich gleich morgen wieder.

Viele liebe Grüße,

Daniel